Für eine lebenswerte Stadt – Spar- und Bauverein eG Hannover

Im späten 19. Jahrhundert herrschte in Hannover, wie auch in vielen anderen Städten, akuter Wohnungsmangel. Im Frühjahr 1885 gründeten daher die Mitglieder des Hannoverschen Mietervereins eine Wohnungsbaugenossenschaft. Sie erhielt den Namen Spar- und Bauverein und war damals eine von wenigen Baugenossenschaften in Deutschland, in Hannover und im Bereich des heutigen Niedersachsen die erste überhaupt. Nach der Überwindung einiger Startschwierigkeiten war schon 1887 das erste Haus, im damaligen Vorort List, bezugsfertig. In den folgenden Jahren erhielt die junge Genossenschaft regen Zulauf und der Wohnungsbestand wuchs.

Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein blieb der Mangel an menschenwürdigem und bezahlbarem Wohnraum ein Problem, an dessen Lösung der Spar- und Bauverein in Hannover tatkräftig mitwirkte. Ein wegweisendes Projekt war die ab 1913 erbaute Wohnanlage Schloßwender Garten, heute Brüggemannhof. Dessen Wohnungen, ausgestattet mit Toiletten und Badenischen, hoben sich deutlich vom damaligen Standard ab. Von 1919 bis zum Umzug in die Arndtstraße im Jahr 1981 hatte auch die Verwaltung der Genossenschaft ihre Räume im Schloßwender Garten. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges wuchs der Bestand des Spar- und Bauvereins auf knapp 3.700 Wohnungen, etwa Hälfte davon wurde durch Kriegseinwirkung zerstört. Schon 1945 begann der Wiederaufbau, oftmals durch Eigenarbeit der Genossenschafter.

Heute hat der Spar- und Bauverein mehr als 22.000 Mitglieder und verfügt über 7.770 Wohnungen in verschiedenen Stadtteilen. Nicht mehr der Wohnungsmangel, sondern eine veränderte Gesellschaftsstruktur, demographischer Wandel und gestiegene Ansprüche an die ‚eigenen vier Wände’ sind die Herausforderungen, denen sich das Unternehmen mit seinen mehr als 70 Mitarbeitern heute stellen muss. Die Modernisierung des Wohnungsbestandes berücksichtigt die speziellen Wünsche und Bedürfnisse der Mieter und bietet in bestimmten Wohnungen zertifizierten Wohnkomfort. Darüber hinaus setzt der Spar- und Bauverein die im Rahmen des EU-Programms Concerto entwickelten Richtlinien zur Energieeinsparung um. Für das Wohnen im Alter bietet die Genossenschaft ihren Mitgliedern neben einer komfortablen Wohnanlage für betreutes Wohnen auch Zimmer in einem eigenen Pflegeheim, das von einer Betreibergesellschaft geführt wird. Großen Wert legt der Spar- und Bauverein auf eine funktionierende Nachbarschaft. Neben der Betreuung durch die Mitarbeiter in den Wohnservice-Büros kommt es dabei besonders auf ehrenamtliche Arbeit an, die auf gegenseitige Hilfe, Kontaktpflege und ein besseres Miteinander ausgerichtet ist.

„Gesunde und billige Wohnhäuser zu bauen und an die Mitglieder des Vereins zu vermieten, auch Spareinlagen von Mitgliedern anzunehmen“, so wurde im Gründungsjahr 1885 der Zweck der Unternehmung beschrieben. Heute bietet der Spar- und Bauverein seinen Kunden attraktives Sparen und Wohnen, ergänzt durch bedarfsgerechte Dienstleistungen. Daraus sprechen fast 125 Jahre Kontinuität und konsequente Weiterentwicklung.